Kompakt Onkologie - Biermann Medizin
Biermann Akademie

Inten­siv­kurs Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gie

In Theo­rie und Pra­xis

02. und 03. Febru­ar 2018
Ber­lin

Sehr geehr­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

die Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gie ist eine Sub­dis­zi­plin der Augen­heil­kun­de, die Dia­gnos­tik und The­ra­pie affe­ren­ter und effe­ren­ter Stö­run­gen des visu­el­len Sys­tems zum Ziel hat. Im Kurs „Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gie“ sol­len die pra­xis­re­le­van­ten Eck­pfei­ler ver­mit­telt wer­den. Die Abklä­rung von Seh­bah­ner­kran­kun­gen erfor­dert neben der augen­ärzt­li­chen Basis­dia­gnos­tik funk­tio­nel­le Unter­su­chun­gen der visu­el­len Affe­renz, die psy­cho­phy­si­sche und elek­tro­phy­sio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen beinhal­ten. Ver­än­de­run­gen von Form und Grö­ße der Pupil­len müs­sen dia­gnos­tisch ein­deu­tig zuge­ord­net wer­den, um eine geziel­te Dia­gnos­tik zu ermög­li­chen. Stö­run­gen der Oku­lo­mo­to­rik müs­sen erkannt, beschrie­ben und eben­falls dia­gnos­tisch zuge­ord­net wer­den. Nach der neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­schen Grund­dia­gnos­tik sind oft­mals wei­ter­ge­hen­de Abklä­rungs­schrit­te not­wen­dig. Die Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gie gehört daher zu den Berei­chen der Augen­heil­kun­de, in denen die Koope­ra­ti­on mit ande­ren medi­zi­ni­schen Fach­dis­zi­pli­nen eine ent­schei­den­de Rol­le spielt. Zu nen­nen sind in ers­ter Linie Neu­ro­ra­dio­lo­gie, Neu­ro­lo­gie und Neu­ro­chir­ur­gie. Vor­ran­gi­ges Ziel des Kur­ses ist weni­ger eine umfas­sen­de Syn­op­sis aller neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­schen Krank­heits­bil­der, son­dern die Dar­stel­lung der häu­figs­ten Stö­run­gen und ihre ziel­ge­rich­te­te Abklä­rung. Einen brei­ten Raum neh­men Fall­dar­stel­lun­gen ein, die Anlass zu Dis­kus­sio­nen mit den Kurs­teil­neh­mern sein sol­len.

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her
Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Lei­ter des wis­sen­schaft­li­chen Pro­gramms

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her

Ber­lin

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Tübin­gen

die Refe­ren­ten

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her
Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm
Dr. med. Jan Schro­eter
Priv. Doz. Dr. Jan Kamin­sky

Das Pro­gramm

 
Frei­tag, 02. Febru­ar 2018

14:00   Regis­trie­rung

14:45 Begrü­ßung

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her;
Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

15:00 – 16:00 Opti­kus­neu­ro­pa­thi­en

Dr. med. Jan Schro­eter

Das Spek­trum der Opti­kus­neu­ro­pa­thi­en wird dar­ge­stellt und beson­de­rer Wert auf kli­nisch rele­van­te Aspek­te gelegt. Eine Aus­wahl der häu­figs­ten und damit kli­nisch bedeut­sams­ten ischä­mi­schen, ent­zünd­li­chen und dege­ne­ra­ti­ven Seh­ner­ven­er­kran­kun­gen wird vor­ge­stellt mit Schwer­punkt auf deren Dia­gno­se­stel­lung und The­ra­pie. Es wird eine sys­te­ma­ti­sche Stra­te­gie auf­ge­zeigt, die ein siche­res dif­fe­ren­zi­al­dia­gnos­ti­sches Vor­ge­hen ermög­licht, und an aus­ge­wähl­ten Fall­bei­spie­len demons­triert. Ziel des Kur­ses ist es, den Teil­neh­mern eine kla­re Hand­lungs­an­lei­tung für die kli­ni­sche Betreu­ung von Pati­en­ten mit Seh­ner­ven­er­kran­kun­gen zu ver­mit­teln.

16:00 – 16:30              Pupil­le

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Die Pupil­le ist ein her­vor­ra­gen­der Indi­ka­tor für Stö­run­gen des affe­ren­ten visu­el­len Sys­tems. Außer­dem ist der Augen­arzt häu­fig mit Anis­o­ko­ri­en kon­fron­tiert und muss eine erns­te Ursa­che aus­schlie­ßen. Das glei­che gilt für den Befund einer licht­star­ren Pupil­le. In die­sem Kurs sol­len schnel­le und siche­re Metho­den zur Unter­su­chung der Pupil­le und zur Abklä­rung ihrer Stö­run­gen ver­mit­telt wer­den.

16:30 – 17:00  Kaf­fe­pau­se

17:00 – 17:30  Diplo­pie

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her

Die Sym­pto­ma­tik erwor­be­ner Moti­li­täts­stö­run­gen ist äußerst viel­schich­tig und nicht immer klar zuzu­ord­nen. Wich­tig ist daher, bei zunächst unkla­ren Seh­stö­run­gen die Mög­lich­keit einer Moti­li­täts­stö­rung in Betracht zu zie­hen und ent­spre­chen­de Unter­su­chun­gen zu deren Nach­weis durch­zu­füh­ren bzw. zu ver­an­las­sen. Geben die Pati­en­ten ein­deu­ti­ge Sym­pto­me wie z.B. Dop­pel­bild­wahr­neh­mung an, liegt die Her­aus­for­de­rung dar­in, eine kla­re dia­gnos­ti­sche Zuord­nung zu leis­ten und ins­be­son­de­re kom­bi­nier­te Stö­run­gen nicht zu über­se­hen. Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung im Zusam­men­hang mit oku­lä­ren Moti­li­täts­stö­run­gen liegt dar­in, umge­hend abklä­rungs­be­dürf­ti­ge Not­fäl­le zu erken­nen und der wei­te­ren Dia­gnos­tik zuzu­füh­ren. Wich­ti­ges Ziel des Kur­ses ist daher, rele­van­te ana­mnes­ti­sche Hin­wei­se und cha­rak­te­ris­ti­sche Befun­de dar­zu­le­gen, die eine rasche Abklä­rung durch cere­b­ra­le Bild­ge­bung und wei­te­re dia­gnos­ti­sche Maß­nah­men erfor­dern.

17:30 – 18:00  Supra­nu­kle­ä­re Moti­li­täs­stö­run­gen und Nys­tag­mus

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Supra­nu­kle­ä­re Seh­stö­run­gen sind häu­fig Fol­ge ent­zünd­li­cher ZNS-Erkran­kun­gen, kön­nen aber auch ande­re Ursa­chen wie z.B. Tumo­re haben. Sie sind sel­ten, ihre Erken­nung und Ein­ord­nung ist jedoch für die Dia­gno­se­stel­lung von in der Regel erns­ten Erkran­kung von gro­ßer Bedeu­tung. Beim Nys­tag­mus ist es zunächst erfor­der­lich, harm­lo­se Vari­an­ten von sol­chen zu unter­schei­den, die eine rasche Abklä­rung und The­ra­pie erfor­dern. Im Kurs wer­den daher Kri­te­ri­en ver­mit­telt, die eine Unter­schei­dung ermög­li­chen und somit eine ziel­ge­rich­te­te Betreu­ung der Pati­en­ten erleich­tern.

18:00 – 18:30  Kopf­schmerz

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Kopf­schmer­zen sind in der Augen­arzt­pra­xis ein häu­fi­ges Sym­ptom. Ziel die­ses Kurs­bei­tra­ges ist es nicht, alle mög­li­chen sekun­dä­ren Kopf­schmer­zen auf­zu­zäh­len, son­dern dem Augen­arzt zu ver­mit­teln, wie häu­fi­ge Kopf­schmerz­for­men dia­gnos­ti­ziert und wie mit die­sen Pati­en­ten wei­ter ver­fah­ren wer­den soll­te.

18:30 – 19:00 Höhe­re Seh­stö­run­gen

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Seh­stö­run­gen, die nicht dem Auge, der Seh­bahn oder dem pri­mä­ren visu­el­len Cor­tex zuzu­ord­nen sind, sind häu­fig schwer zu erfas­sen. Es ist eine augen­ärzt­li­che Auf­ga­be, durch die wei­te­re Ver­ar­bei­tung des Seh­rei­zes beding­te Seh­stö­run­gen (höhe­re Seh­stö­run­gen) von soma­to­for­men Stö­run­gen abzu­gren­zen. Die­ses ist erfor­der­lich, um die Pati­en­ten ggf. einer ziel­ge­rich­te­ten Dia­gnos­tik zufüh­ren zu kön­nen. Im Kurs wer­den die häu­figs­ten höhe­ren Seh­stö­run­gen anhand von Fall­bei­spie­len illus­triert.

19:00 – 19:030  Fall­be­spre­chun­gen (alle)

Sams­tag, 03. Febru­ar 2018

09:00 – 10:00  Dia­gnos­tik und Behand­lung von Seh­bahn­tu­mo­ren

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm; Priv.-Doz. Dr. med. Jan Kamin­sky                        

Eine der wesent­li­chen Her­aus­for­de­run­gen neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­scher Dia­gnos­tik ist das Erken­nen von durch Seh­bahn­tu­mo­ren beding­ten Seh­stö­run­gen. Ein­deu­ti­ge Fäl­le, die sich z.B. durch eine Opti­ku­satro­phie oder einen cha­rak­te­ris­ti­schen Gesichts­feld­aus­fall mani­fes­tie­ren, sind umge­hend einer bild­ge­ben­den Dia­gnos­tik zuzu­füh­ren. Schwie­ri­ger sind unkla­re Seh­stö­run­gen, bei denen vor der cere­b­ra­len Bild­ge­bung mög­lichst ein Kor­re­lat einer Seh­bahn­af­fek­ti­on wie eine affe­ren­te Pupil­len­stö­rung oder ein Gesichts­feld­aus­fall auf­ge­deckt wer­den soll­te. 

Mehr als bei ande­ren neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­schen Krank­heits­bil­dern ist eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit essen­zi­ell. Eine ziel­ge­rich­te­te neu­ro­ra­dio­lo­gi­sche Dia­gnos­tik ist dabei die Grund­la­ge für jed­we­des wei­te­re Vor­ge­hen. Augen­ärz­te soll­ten sich nicht scheu­en, die Bild­be­fun­de selbst zu beur­tei­len und rück­zu­fra­gen. Ist ein Seh­bahn­tu­mor dia­gnos­ti­ziert, ist eine inten­si­ve Abstim­mung mit Neu­ro­chir­ur­gen und Strah­len­the­ra­peu­ten erfor­der­lich, um eine opti­ma­le Behand­lung errei­chen zu kön­nen. Ziel des Kur­ses ist, den gegen­wär­ti­gen Stand der Dia­gnos­tik und The­ra­pie von Seh­bahn­tu­mo­ren dar­zu­stel­len.  

10:00 – 10:30  Kaf­fee­pau­se

10:30 – 11:00  Oku­lä­re Bild­ge­bung und Elek­tro­phy­sio­lo­gie bei Seh­bah­ner­kran­kun­gen

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her

Für vie­le neu­roo­ph­thal­mo­lo­gisch rele­van­te Affe­renz­stö­run­gen sind wei­ter­ge­hen­de Unter­su­chun­gen not­wen­dig. Durch bild­ge­ben­de Ver­fah­ren, ins­be­son­de­re OCT und Auto­fluo­res­zenz, ist oft­mals eine rasche Zuord­nung einer sol­chen Affe­renz­stö­rung mög­lich. Eine sehr rele­van­te Rol­le spielt die Bild­ge­bung auch bei der Ver­laufs­kon­trol­le von Netz­haut und Seh­ner­ven­er­kran­kun­gen, wie z.B. beim Pseu­do­tu­mor cere­bri.

Durch die bild­ge­ben­den Ver­fah­ren kön­nen oft­mals die mit mehr Auf­wand ver­bun­de­nen elek­tro­phy­sio­lo­gi­schen Ver­fah­ren ver­mie­den wer­den. Die­se spie­len jedoch wei­ter eine Rol­le ins­be­son­de­re für mor­pho­lo­gisch nicht erkenn­ba­re Netz­hau­ter­kran­kun­gen. Ziel des Kur­ses ist, den ratio­na­len Ein­satz die­ser dia­gnos­ti­schen Ver­fah­ren zu ver­mit­teln. 

11:00 – 11:45  Unkla­re und vor­ge­täusch­te Seh­stö­run­gen

Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gisch täti­ge Augen­ärz­tin­nen/-ärz­te wer­den häu­fig mit Pati­en­ten kon­fron­tiert, die eine nicht vor­han­de­ne Seh­min­de­rung vor­ge­ben (Simu­la­ti­on) oder eine vor­han­de­ne Seh­be­ein­träch­ti­gung als schwer­wie­gen­der erschei­nen las­sen, als sie in Wahr­heit ist (Aggra­va­ti­on). In der augen­ärzt­li­chen Rou­ti­ne­dia­gnos­tik impo­nie­ren sol­che Pati­en­ten als unkla­re Seh­stö­rung, die eine neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung als sinn­voll erschei­nen lässt. Ziel der neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­schen Abklä­rung vor­ge­täusch­ter Seh­stö­run­gen soll­te immer sein, eine nor­ma­le bzw. befund­an­ge­mes­se­ne Seh­funk­ti­on nach­zu­wei­sen und nicht nur zu ver­mu­ten. Im Kurs wer­den Stra­te­gi­en dar­ge­legt, wie die­ses Ziel erreicht wer­den kann. Neben der ergän­zen­den funk­tio­nel­len und mor­pho­lo­gi­schen Basis­dia­gnos­tik wer­den wei­ter­ge­hen­de funk­tio­nel­le Unter­su­chun­gen dar­ge­legt.

11:45 – 12:30  Neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­sche Not­fäl­le

Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her

Auch nicht schwer­punkt­mä­ßig täti­ge Augen­ärz­tin­nen und Augen­ärz­te wer­den mit neu­roo­ph­thal­mo­lo­gi­schen Not­fäl­len kon­fron­tiert. In die­sem Kurs wer­den die wich­tigs­ten Not­fall­si­tua­tio­nen beschrie­ben. Da die Krank­heits­bil­der wie Arte­rii­tis tem­po­ra­lis, Dop­pel­bild­wahr­neh­mung oder Nys­tag­mus im Kurs bereits behan­delt wur­den, ist der Kurs auch als abschlie­ßen­de Kurz­wie­der­ho­lung im Kon­text des Not­fall­ma­nage­ments kon­zi­piert. 

12:30 – 13:30 Imbiss

13:30 – 14.30 Fall­be­spre­chun­gen

 Prof. Dr. med. Klaus Rüt­her; Prof. Dr. med. Hel­mut Wil­helm

14:30 Abschluss­prü­fung und Aus­hän­di­gung der Teil­nah­me­zer­ti­fi­ka­te

St. Ger­trau­den-Kran­ken­haus

Paret­zer Stra­ße 12,
10713 Ber­lin

 

Mit der Bahn:

Von Nor­den
Vom S- und U-Bahn­hof Hei­del­ber­ger Platz, Bus­hal­te­stel­le Bra­ban­ter Platz oder Bir­ger-Forell-Platz je vier Minu­ten Fuß­weg

Park­mög­lich­kei­ten:

Park­plät­ze sind am Sankt Getrau­den-Kran­ken­haus nur begrenzt ver­füg­bar. Wei­te­re Park­plät­ze bie­tet das nahe­ge­le­ge­ne Stadt­bad Wil­mers­dorf, Meck­len­bur­gi­sche Stra­ße 80, 10713 Ber­lin an. 
Die Park­ge­büh­ren für das Stadt­bad betra­gen 1,- € pro Stun­de.

Hotel­emp­feh­lung:

NH Ber­lin City West, 
Bun­des­al­lee 36/37, 10717 Ber­lin, 
Tel.: 030–860040.

Tagungs­ge­büh­ren

400 €  inkl. MwSt.
10% Rabatt für Assis­tenz­ärz­te

Bild­nach­weis: © Sean­Pa­vo­ne­Pho­to — Fotolia.com ; St. Ger­trau­den-Kran­ken­haus, Ber­lin